Schüler drehen gemeinsam Film über Grenzen 

Paul-Moor-Schule und IGS kooperieren bei Projekt Profis helfen beim Drehen 

HAZ-Beilage Wunstorf, Anke Lütjens, 20.11.2019, Seite 1


Wunstorf. „Und Action“, ruft Stina an der Kamera und filmt, wie der Rollstuhl mit einer Schülerin sich auf sie zubewegt. Am Dienstag war an der Paul-Moor-Förderschule der erste Drehtag für einen Beitrag zum niedersächsischen Schüler-Kurzfilmwettbewerb. Dafür kooperiert die Schule mit einer neunten Klasse der Evangelischen IGS Wunstorf. Unterstützung bekamen die Schüler in einem Workshop von den Filmprofis des Vereins Blickwechsel, dem Verein für Medien- und Kulturpädagogik, Tobias Milde und Tim Fischer.

Sie vermittelten den Schülern, ihre Filmideen mit Kamera und Schnittprogramm umzusetzen. Das Motto für den Kurzfilmwettbewerb lautet „Ganz schön anders – No limits“. „Wir haben drei Ideen entwickelt, die wir umsetzen möchten. Einmal geht es um Umweltschutz, einmal um alltägliche Situationen, in denen es um persönliche Grenzen geht, aber auch darum, Grenzen zu überwinden“, sagte Nele Ackermann von der Paul-Moor-Schule. Sie betreut das Projekt zusammen mit Nicole Metzing von der IGS.

In einer Szene auf dem Schulhof spielte beispielsweise ein iPad, ein sogenannter Talker, eine Rolle. Mithilfe des Gerätes verständigt sich eine Förderschülerin sprachlich. Michelle an der Kamera, Keanu und Marvin am Ton gaben die Kommandos. Die Schüler arbeiten gemeinsam in drei Kleingruppen. „Sie arbeiten unbefangen und ohne Berührungsängste zusammen“, sagte Ackermann. Wichtig sei auch das soziale Lernen und das Stärken der Kompetenzen, ergänzte Medienpädagogin Christine Nur von der IGS.

 

Die Schüler beider Schulen haben sich auch gegenseitig besucht und erste Filmübungen gemacht. Sie haben Drehbuchideen zusammen entwickelt, bedienen Kamera und Ton und realisieren den Schnitt nach den Tipps der Medienprofis selbstständig. „Beide Schulformen können voneinander lernen“, sagte Lehrerin Bärbel Lange von der Paul-Moor-Schule. Mit dem Ergebnis wollen sich die Schüler am inklusiven Kurzfilmwettbewerb „Ganz schön anders – No Limits“ beteiligen.

Der Film wird bei einer Filmgala Ende März in Hannover präsentiert. „Bereits im vorigen Jahr hat sich die IGS mit einer Reportage über Rollstuhlbasketball beteiligt und den Publikumspreis gewonnen“, sagte Nur. Hauptgewinn ist eine Reise nach Berlin mit dem Besuch des Filmparks Babelsberg. Der Sieger wird auch für die Niedersachsen Filmklappe nominiert. Insgesamt drehten 133 Schülerteams aus Förder- und Regelschulen in Niedersachsen und bewarben sich mit Filmideen zum Thema für die inklusiven Workshops. Rund 50 Teams wurden ausgewählt.

Noch bis zum 15. Februar 2020 können sich weitere Filmteams der siebten bis zehnten Klassen aus Niedersachsen an dem Wettbewerb beteiligen. Die maximale Filmlänge beträgt fünf Minuten. Eine Jury um die Fotografin und Künstlerin Anna Spindelndreier, den Rollstuhlskate-Profi David Lebuser sowie Filmemacher und Medienpädagogen prämieren die besten Kurzfilme.


 

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